Die Menschen suchten schon immer Ablenkung vom schnöden Alltag. Und jene, die er nicht so stark beutelte, jene, die etwas Zeit fanden, suchten die Ablenkung von ungeliebten Gedanken. Gedanken, die ansonsten den Schlaf kosteten. Die Schlaflosigkeit stellt in gewisser Weise einen Zeitgewinn dar, ist auf Dauer jedoch nicht sonderlich gesund für Körper und Geist; und somit wohl selbstregulierend. Selektives Erblinden, die vernebelte Sicht in die Ferne, verspricht ein unbeschwerteres, gesünderes Leben.

Wir geben uns, damals wie heute, große Mühe uns nicht mit den Missständen der Welt auseinandersetzen zu müssen und alternative Beschäftigungen zu finden.

Doch es gab auch immer diejenigen, die sich eindringlicher und umfassend mit einer Problematik beschäftigten; die sich ihre Meinung bildeten und diese auch kundtaten. Diejenigen, die voller Überzeugung und Inbrunst für ihre Sache brannten. Und falls sie nicht mundtot gemacht wurden, konnten sie ihre Sicht weitergeben; und ihre Anhänger erfreuten sich fertiger Lösungen, bereits in dem Moment, in dem ihnen das Problem überhaupt erst wieder vor Augen geführt wurde.

Nicht die Masse ist meinungsbildend; der Einzelne ist es. Die Masse ist meinungserblindet; der Bildende eint oder zweit sie. Somit ist weder der Einzelne das Zugpferd einer Idee, noch ist die Masse ihr Urheber.

Anders kann es kaum funktionieren. Man stelle sich zu beliebigem Thema einmal 80 Millionen Meinungen vor. Und das nur in Deutschland! Nein, das muss gebündelt werden, damit nicht Chaos und Zufall obsiegen. Aber ebenso wird ein Mensch alleine nicht die Änderungen, die er sich wünscht, herbeirufen können, wenn er nicht die Masse für sich gewinnt.

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

– Mahatma Gandhi

Befolge dies, und die Veränderung wird unverzüglich in deinem Mikrokosmos zur Realität. Aber auch die Vorbildfunktion ist hier entscheidend. Willst du mit deiner Idee überzeugen, musst du sie leben und nicht nur predigen. Dann, und nur dann, kannst du andere vernunftbegabte Wesen wirklich für deine Überzeugung gewinnen. Und dies kann die Veränderung erst auf eine grenzenlose, generelle Realität ausweiten.

Ich denke nicht, es sei ein Phänomen der Neuzeit. Nur die Verpackung hat sich geändert.

Dem Erblinden muss man entgegenwirken. Auf einem randlosen Teller wird der Blick nicht versperrt. Und die Ideen sind da! Globale Ziele der Nachhaltigkeit und Humanität, gegen Hunger und Armut; all das gibt es bereits mit fertig konzipierten Lösungen. Wie dringlich und bedeutsam sie sowohl für den Einzelnen, als auch für die Menschheit als Ganzes sind, muss jedoch immer wieder in den Köpfen wachgerüttelt werden. Denn ohne die Masse hinter sich, hat auch die beste Idee des Einzelnen keine Zukunft. Beuten wir die Natur aus, nehmen wir uns auf lange Sicht jegliche Lebensgrundlage. Beuten wir uns gegenseitig aus, akzeptieren wir Unterdrückung und das Schüren von Angst, so verlieren wir unsere Menschlichkeit.

Altruismus hat uns in der Evolution gute Dienste erwiesen. Gruppen mit altruistischen Mitgliedern hatten bessere Überlebenschancen. Es ist an der Zeit dieses Prinzip vom eigenen Umfeld auf die gesamte Spezies Mensch, wenn nicht sogar auf alle Lebewesen, auszuweiten.

Reißt die Augen auf; schaut nicht weg! Interessiert euch für die Zustände überall auf der Welt, nicht nur vor eurer Haustüre.

Verbreitet und lebt gute Ideen für eine bessere Welt, auf dass sie gehört werden. Spread the word and be the change!

– © Ben Bayer (15.1.2016)

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